E-Mail-Adresse für alle Empfänger sichtbar (An, Cc)

Wenn Sie eine Nachricht per E-Mail an mehrere Personen schicken möchten, werden die E-Mail-Adressen häufig in das Feld „An“ oder in das Feld "Cc" eingetragen. Diese beiden Adressfelder werden beim Versenden an alle Empfänger im Klartext mitgesendet.

Dadurch kann jeder Empfänger alle anderen Empfänger sehen und jeder erhält zugleich die E-Mail-Adressen aller in diesen beiden Feldern enthaltenen Empfänger.

Bei E-Mail-Adressen, die den Vor- oder Nachnamen enthalten, handelt es sich um ein personenbezogenes Datum gemäß § 4 Nr. 1 KDG. Hierunter fallen u.a. auch E-Mail-Adressen, sofern die E-Mail-Adresse einer bestimmten natürlichen Person zugeordnet werden kann.
Gemäß § 6 KDG dürfen personenbezogene Daten insbesondere dann übermittelt werden, wenn eine Rechtsvorschrift dies erlaubt oder anordnet oder die betroffene Person in diese Datenübermittlung wirksam eingewilligt hat. Eine Rechtsgrundlage für eine Datenübermittlung von E-Mail-Adressen, falls diese personenbezogen gemäß § 4 Nr. 1 KDG sind, ist im KDG nicht enthalten.

Somit bleibt nur das Einholen einer Einwilligung eines jeden einzelnen Adressaten. Auch wenn eine Einwilligung nicht unbedingt an eine Schriftform gebunden sein muss, bleibt dennoch das Risiko, dass eine Einwilligung jederzeit widerrufen werden kann. Die E-Mail-Adressaten müssten somit regelmäßig beim erneuten Versenden von Nachrichten überprüft werden.

Eine datenschutzfreundliche Möglichkeit bietet das E-Mail-Programm mit dem Feld „Bcc“ (Blind-Carbon-Copy oder Blindkopie), wo alle Empfänger der Adressliste eingetragen werden oder die Verwendung eines speziellen Mailinglisten-Programms. Bei der Verwendung des Feldes „Bcc“ erhält jeder Empfänger eine separate Nachricht vom Absender.
In einigen E-Mail-Programmen muss das Feld „Bcc“ ggfs. erst noch aktiviert werden.

e mail bcc feld

Vorbeugen

Zur Verbeugung von „unabsichtlich versendeten“ offenen E-Mail-Adressverteilern bietet sich die Erstellung von Vorlagen (Template) für verschiedene Mailinglisten (Empfängerlisten) an. Hier können Betreff, Absender sowie Empfänger in den entsprechenden Feldern vorausgefüllt werden.

Sensibilisieren

Die kirchlichen Datenschutzaufsichten wie auch die Landesdatenschutzbehörden haben mehrfach darauf hingewiesen, dass die Verwendung eines offenen E-Mail-Adressverteilers datenschutzrechtlich unzulässig ist und einen Bußgeldbescheid nach sich ziehen kann, falls die Inhaber der E-Mail-Adressen dazu nicht ihre Einwilligung erklärt haben oder es keine entsprechende Rechtsvorschrift erlaubt.